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Starke Gegensätze

Gegensätze ziehen sich an. Gemeinsamkeiten schaffen Vertrauen. Wie groß dürfen die Unterschiede sein, damit eine Beziehung gelingt? Zunächst sollte klar sein, dass eine Beziehung nichts Statisches ist. Eine Beziehung muss gelebt werden. Deshalb sollte in einigen Punkten Interessensgleichheit bestehen. Ob ein Fernsehabend, ein gemeinsames Essen oder sportliche Aktivitäten, wenn die Unterschiede groß sind, dann sollten am besten beide Partner bereit sind, sich auf die Interessen und Vorlieben des anderen einzulassen. Und einer sollte nicht mit dem anderen negativ konkurrieren, sondern seine Schwächen zu akzeptieren und ihn zu ermutigen, Spaß an der gemeinsamen Unternehmung zu finden. Ist diese Bereitschaft beidseitig und findet ein Ausgleich statt, dann ist es auch Paaren mit unterschiedlichen Vorstellungen und Vorlieben möglich, ein erfülltes Beziehungsleben zu führen.

Eine Voraussetzung muss aber in jedem Fall gegeben sein: Fairness. Denn Gegensätze bergen auch das Potenzial der Unterdrückung. Ist diese noch erträglich, wird aber im Zuge einer langjährigen Ehe oder Beziehung spürbar, dann kann auch ein Beziehungs-Coach, wie Christian Sander, Hilfe bieten. Die Kunst besteht darin, den anderen auf eine solche Schieflage aufmerksam zu machen, ohne ihn selbst dabei herabzusetzen. Diese Art des gegenseitigen Umgangs setzt Toleranz voraus. Für eine dauerhafte Beziehung, die für beide Partner erfüllend ist, muss die Bereitschaft gegeben sein, Schwächen und Stärken zu erkennen und anzunehmen. Gerade gegensätzliche Partner haben so die Chance, ein Beziehungsmuster zu entwickeln, das sich wie ein Schlüssel zu einem Schloss verhält.

Damit eine solche Beziehung nicht rostet, ist es aber notwendig, sich auf den anderen einzulassen und sich nicht abzugrenzen. Eine gewisse Offenheit und positive Grundeinstellung muss gegeben sein, damit sich eine solche Beziehung entwickeln kann. Gegensätze führen nur dann in eine Sackgasse, wenn der gemeinsame Umgang von der einseitigen Hoffnung bestimmt wird, das Schwächen und Abhängigkeiten des anderen zu einer dauerhaften Bindung beitragen könnte. In diesem Fall ist Vorsicht geboten, denn solchen Partnern liegt weniger an einer guten Beziehung, als an der Kompensation von Verlustängsten und der Ausübung von Macht.

Wo die Liebe hinfällt

Wenn sich der Partner in eine andere verliebt, dann ist es nicht immer das Richtige, eine Trennung widerspruchslos zu akzeptieren. Allerdings sollte sich er Betroffene eine Frage stellen: Was findet er an ihr? Ist die Beziehung bisher gut verlaufen, dann kann es sich um einen Fehltritt handeln, der ausgenutzt wurde. Manche Frauen verstehen es sehr gut, die Schwächen und Bedürfnisse des anderen zu erkennen und aus ihnen Profit zu schlagen. Wichtig ist es aber zunächst diese Art der Abwertung, die aus einer Trennung entsteht zu überwinden. Trennungsschmerz trifft die meisten Menschen hart, aber er lässt sich in den Griff bekommen, wenn sich die Betroffene neue Ziele setzt. Wer kämpfen will, braucht Selbstbewusstsein. Denn bemitleidenswert zu sein, ist eines der größten Beziehungshindernisse.

Der Betroffene sollte sich klar machen, wie realistisch die Chancen sind, den Ex zurückzugewinnen. Wenn die Initiative von der Konkurrentin ausging und sie ihn verführt hat, stehen die Chancen gut. Denn es besteht die Möglichkeit, dass es sich bei der neuen Liebe um ein Strohfeuer handelt, das bald wieder erlischt. Ist die erste Leidenschaft vorbei, kann es passieren, dass sich der Partner fragt, was er an der Neuen findet. Gerade dann, wenn es sich um eine längere Beziehung handelte, kann die Trennung Ausdruck eines vorübergehenden Zweifels gewesen sein. Wichtig für die verlassene Frau ist es, sich selbstbewusst zu geben. Eines der wirksamen Mittel ist es, offen und unübersehbar Interesse an anderen Männern zu zeigen und das den Ex auch wissen zu lassen. Möglicherweise hat er erwartet, das Beziehungsaus werde zu einer Krise führen. Vielleicht ist seine Enttäuschung auch Zeichen einer enttäuschten Erwartung und er wollte sich revanchieren. Es sollte klar sein, dass der erste Schritt zurück in die Beziehung darin besteht, ihm zu zeigen, wie sehr er sich getäuscht hat. Auch das kann den Zweifel an der Richtigkeit seines Beschlusses verstärken, was die Chancen auf einen Erfolg erhöht.